Angekommen!

Heute also sollte meine Tour zu Ende gehen. Ich startete auf die letzten 55km um 8:30uhr und nahm mir vor den Camino classico zu nutzen. Das Gemeinschaftsgefühl ist einfach sehr schön. Da es Wochenende ist, sind viele Schulklassen unterwegs. Das ist dann manchmal schon etwas stockend aber trotzdem ok. Je näher man Santiago kommt, je mehr kleine „Angebote“ findet man im Wald. Sei es das Smoothies angeboten werden, eine Fussmassage, oder das einfach einer mit seinem Esel da steht und einen besonders schönen Stempel gegen Spende anbietet. Es sind soviele Menschen unterwegs, das ist fast unvorstellbar. Es vergehen keine 50m ohne jemanden. Irgendwann kommt die Sonne durch, der Wald atmet und alle sind gut gelaunt. Es ist eine sehr beflügelnde Atmosphäre. Wenn ich mich einer Gruppe nähere und frühzeitig klingel, wird zum Teil die Hand zum abklatschen gehoben, laut bicletta bzw bike gerufen und es ist meist freundlich. Bei einem Obstand im Wald, stand mein Auto. 😌 Seat 600 so süss.

Nein es ist keine Bildverarbeitung, die Farbe ist echt. 😌 ❤️Ich nähere mich irgendwann dem Monte do Gozo und mache dort nochmal eine Pause.

dort steht auch recht beeindruckend eine Pilger Skulptur.Als ich mich auf den Weg den Berg herunter mache, ist klar dass die Tour – ein Wahnsinns Vorhaben-, jetzt gleich sein Ende findet. Von dort sind es noch 5km bis zur Kathedrale.Am Ortschild muss ich kurz innehalten.

Mein Rad, einfach super, alles durchgehalten, kein Plattfuss und ausser dem Comuterproblem in Saint Jean, keinerlei Probleme. Einfach super. Ich hab aber einige Male die Waschstrasse aufgesucht und alle zwei bis drei Tage die Kette gepflegt, bzw die Luft geprüft. Mehr war nicht notwendig😌 Auch das Verbands Material, das mir Michl gerichtet hatte, brauchte ich nur für andere Pilger. Jedoch gab es mir ein beruhigendes Gefühl.

Also ging es nun mit dem ganzen Pilgerstrom zur Kathedrale. Die letzten 1-2Kilometer ist nur laufen erlaubt. Auch die Radfahrer schieben ihr Rad. Dann ist es soweit. Angekommen!

Es ist einfach schwer beschreibbar welch ein Glück ich empfunden habe. Vor 3,5Wochen gestartet, einmal Frankreich durchquert und nochmal knapp 800km Spanien durchfahren. Am Ende sind es knapp 2200km 😌🙂

Meine Lieben, jeder von uns geht seinen eigenen Weg, manchmal ist es kalt und regnerisch, manchmal hat man Gegenwind, der sich auch noch steigert aber es geht immer weiter.

Mir hat die Reise gut getan. Vier Wochen etwas nur für mich tun. Ja es musste geplant werden, wobei ich da nicht wirklich gut war. Aber nach aller Anstrengung ist es ein sehr, sehr schönes Gefühl es geschafft zu haben. Klar ist es mit einem e+ bike leichter aber einfach ist es zu keiner Zeit.

Ich möchte mich nun sehr zufrieden von Euch verabschieden. In einer Woche bin ich wieder in Deutschland, ich freue mich so sehr meine Jungs Nico und Joshua in die Arme zu nehmen und am Abend Christian zu treffen der mich die ganze Zeit begleitet hat und mir durch manches Tal geholfen hat.

Danke auch an Euch, Familie, liebe Freunde, eifrige Leser… es war schön zu erkennen wie ihr Anteil an meiner Reise nehmt. Danke fürs Folgen.

Eure

Die letzten 100km

Die letzten 100km vor Santiago sind für die Pilger notwendig um in Santiago die Compostela ausgestellt zu bekommen. Das ist so zu sagen die Urkunde. Daher gibt es dafür spezielle Regeln. Man muss jede 10-15 km einen Stempel sammeln, bzw auf jeden Fall zwei pro Tag und man darf keinen Bus oder Taxi benutzen. Da es heute regnet und nur 12Grad hat, bestellen sich doch einige ein Taxi aber es sind natürlich auch nach wie vor, sehr viele Pilger auf der Strasse unterwegs. Durch die Kälte und die Berge ist der Fahrradakku leider nach wenigen Kilometern bei 14% gelandet und zwang mich zu einer längeren Pause. Also dass ich unter einer zügigen Terasse, wurde ständig von irgendwelchen grossen, freilaufend Hunden angebettelt und wartete darauf, dass mein Akku an Energie gewann.

Eigentlich sollte die heutige Tour nur 60-63km gehen. Da ich durch den Regen den Camino aber nichts nutzen kann, waren es am Ende 10km mehr. Das war kein Spass. Meine Regen Kleidung ist dafür nicht wirklich geeignet. Gegen 14uhr kam ein wenig die Sonne durch und so konnte ich das letzte Stück ein wenig auftauen. 😌

Überall am Weg stehen Figuren von dem heiligen Jakobus und weisen den Weg.

es ist schon cool dass ich morgen tatsächlich nach Santiago eine kurze Etappe haben werde. Das Wetter ist auch ganz Ok, sprich trocken gemeldet. 😌 Das Profil des Weges lässt vermuten dass es noch eine male hoch und runter geht. 😔 Nach 55km sollte ich Santiago de Compostela erreichen. 😁 Damit ist dann auch mein grosses Abenteuer vorbei. Auswirkungen wird es sicher auch meine Zukunft haben, da ich mir doch viel Gedanken machen konnte. Veränderungen sind zwar meist mühsam und manchmal auch schmerzhaft aber oft auch auf lange Sicht positiv. Ich freue mich auf meine Ankunft in Santiago und Erde Euch morgen davon berichten.

Ganz herzlichst eure Annoushka ☀

2000 km… geschafft

Heute Morgen ging es bei ca 7 Grad los um gleich recht heftig ca 20km, bis auf eine kleine Senke, bergauf zu fahren. Zum Teil war der Weg sehr steil und so richtig Spass hat es auch nicht gemacht. Ich muss mich dann immer wieder sammeln und motivieren. Ich möchte ja auf jeden Fall nach Santiago und dazu muss ich nunmal hier hoch. Also radel ich ganz ruhig Meter um Meter die Berge hoch.

Nach dem ersten Anstieg erreichte ich Schlumpfhausen 😊. So stelle ich es mir zumindest vor. Runde, strohbedeckte Häuser.

Aber die Schlümpfe schliefen noch, daher kein Foto von ihnen.

Es hiess, weiter radeln….

Das Gemeine daran ist, ich radel steil nach oben um dann den Berg mit 50-60km/h herunter zu fahren um anschließend den nächsten Berg wieder die Höhenmeter hinauf zu strampeln. 🤔 Aber die Aussicht genieße ich schon sehr. Auch heute morgen hielt ich ein paar mal an um die Eindrücke mit der Kamera festzuhalten.

Auf dem zweiten und wahrscheinlich letzten so hohen Berg angekommen, machte sich doch ein Glücksgefühl breit. Mir fehlten nun auch nur noch ein paar Kilometer zu meiner 2000km Marke.

zwischendrin nahm ich den original Camino. Es war zwar etwas herausfordernd aber auch sehr schön.

In Samos machte ich eine kleine Kaffeepause und genoss die warmen Sonnenstrahlen bevor ich mich auf die letzten 12km nach Sarria machte. In dem Kaffee „unterhielt“ ich mich mit einem italienischen Ehepaar ungefähr in meinem Alter, die sich gar nicht vorstellen konnten, wie man auf die Idee kommen kann mit dem Rad die ganze Strecke zu fahren. 🙃

Meine Unterkunft erreichte ich heute, durch die etwas kürzere Tour, schon gegen 14uhr. Daher hatte ich genug Zeit mit die Stadt anzuschauen.

Was ich wirklich beeindruckend finde, es ist wirklich überall das Zeichen des Jakobsweges zu finden.

in Deutschland werde ich wahrscheinlich zu Beginn immer nach gelben Pfeilen ausschau halten, wenn ich irgend wohin radel. 😌

Morgen geht es ca 6h nach Melide. 😌

Bis dahin, eure Annoushka ☀

Das Kreuz…

Jeder, der sich schon einmal mit dem Camino befasst hat, hat von dem berühmten Kreuz gehört das auf 1500m steht. Es ist Brauch, dass man von zu Hause einen Stein mitbringt, auf den man seine Sorgen, Wünsche, Ängste, spricht oder schreibt und ihn dann auf dem Berg zurück lässt. Ich muss ehrlich sagen, daß ist schon ein spezielles Ritual und ich habe mich tatsächlich darauf vorbereitet. Also war heute der Tag gekommen von meinem Stein Abschied zu nehmen. Es war schon irgendwie bewegend aber auch wirklich erleichtern. Es war einfach gut so.

Auf dem Berg, auf dem das Kreuz steht, war es heftigst kalt. Bei der Höhe auch kein Wunder, aber bei 5Grad ohne Handschuhe und mit normalen Textil Turnschuhen16% Gefälle abzufahren…. es war soooo kalt. Die Strasse ist auch ziemlich kaputt, dass es echt volle Konzentration bedarf um die Geschwindigkeit anzupassen. Einmal hat es mich nach einer Kurve kräftig durchgerüttelt, denn dort war eine Regenrinne quer über die Strasse die ich erst recht spät sah. Es ist aber alles gut gegangen. In Ponferrada machte ich meine übliche Pause und schaute mir die Burg an.

Da nach sollte es stetig bergauf nach Las Herrias gehen. Zu meinem Glück war dies aber nicht ganz so heftig und ich erreichte gegen 16:30 Uhr meine schöne, kleine Herberge.

Die Hostel Inhaberin kochte eine feine Suppe, dazu gab es noch Salat und geröstete Brot. Das war nach der Kälte am Morgen genau richtig. Am Abend saßen wir alle noch schön zusammen. Lina eine sehr nette Dännin, Gina aus Washington, Leo aus Toronto, Ken aus Texas und Pascal aus der französischen Schweiz. Als ich im kleinen Ort spazieren ging traf ich auf die berühmte Camino Waschmaschine. Ihr könnt ja mal Google fragen. Da gibt es eine lange Historie.

Morgen kommt noch einmal ein, bzw zwei heftige Berge zum Anfang und dann sollte ich es fast geschafft haben. Meine persönliche 2000km Marke erreiche ich morgen Vormittag auch. Das ist schon unglaublich. 😌

Die Landschaft wechselt am Morgen auch sehr schnell ihr Gesicht. Ich halte als an um Bilder zu machen, jedoch kommt das, auf dem Bild gar nicht rüber.

Da sind so schöne Farbenspiele zu sehen, wenn die Sonne die Berge erreicht und den kalten Nebel wegschiebt…. Es ist wirklich wunderschön zu erleben und diese Bilder aufnehmen zu dürfen.

Ich sende Euch ganz liebe Grüße in die Heimat,

Eure Annoushka ☀️

Dieser Wind….

Ich fuhr bei leichtem Niesel in Leon los. Da es aber nicht so kalt war, störte es nicht weiter. Das Ziel für heute hatte ich noch ein wenig gestreckt, da ich noch zwei heftige Berge vor mir habe und diese Etappen evtl kürzen möchte. Ich plane auf jeden Fall meinen Einzug nach Santiago Mittags zu haben, damit ich alle Zeit der Welt dafür habe. 😌Aber bis dahin sind es noch ein paar Kilometer. Ca 260…Hier in Spanien folge ich die ganze Zeit dem Camino. Das ist zum Teil sehr mühsam da der Untergrund sehr wechselhaft ist und ich auch nicht so schnell voran komme aber es ist trotzdem besser als bei jedem LKW Angst haben zu müssen dass er dich mitnimmt. Meine Tour führte mich durch Astorga. Dort sah ich mir die Kathedrale jedoch nur von Aussen an. Dafür gönnte ich mir den Gaudi Palast. Ich liebe die Bauwerke von ihm Irgendwie machen sie mich fröhlich. 😊Nach Astorga ging es bei wahnsinns Gegenwind nach Rabanal del Camino. Ich konnte durch den Wind, selbst leicht Buckel runter nicht schneller als 23-14kmh fahren. So bless es. Das macht echt kein Spass. Meine reservierte Herberge wusste nichts von meiner Reservierung und so kam ich in einer riesigen Unterkunft unter. Mal sehen wie die Nacht wird. Auf dem Bild seht ihr das Höhenorofil des Camino Frances. Ich bin jetzt schon wieder höher als ich auf den Pyrenäen war und gehe morgen auf 1504 m hoch. 😳Bis dann, eure Annoushka ☀️

Leon

Heute plante ich eine eher kurze Tour. Am Ende waren es dann doch knapp 80km. Aber es war sehr viel recht flach. Ich folgte dem Camino und war so ein Teil der ganzen Bewegung. Das ist einfach schön. Zum Teil ist es recht unwegsam, die Spanier füllen zwar die holprigen Wege auf, jedoch wird vieles ausgeschwämmt. In Burgo Ranero gönnte ich mir eine heiße Schokolade und lud meinen Akku ein wenig nach. Zum Glück war es heute nicht so windig und die Sonne hatte etwas mehr Stunden als gestern. Morgens ist es echt kalt.

Ganz schlimm wird es wenn weit und breit nichts zu sehen ist und ein allzu menschliches Bedürfnis dich überkommt.

daher habe ich mir angewöhnt, bei jeder Möglichkeit zu gehen. 😊 Wer weiss wann wieder eine kommt. 🤔

Ich radelte so auf dem Camino und fühlte mich einfach sehr glücklich. Ich habe heute die 1800 km Marke geschafft. Das ist schon Wahnsinn und ich bin auch echt stolz. Zwischendrin habe ich bei einem Kilometerstein einen kurzen Stopp gemacht.

Jetzt kommt das Ende meiner Tour immer näher. Ich freue mich auf ein paar Urlaubstage in Santiago.

Um 15 Uhr war ich schon in Leon, suchte mir mein Hostel und freute mich über eine sehr schöne Unterkunft. Das Bett ist bezogen und es gibt zur Abwechslung mal ein normales Handtuch. Kein Microfleece!

Ich habe mir den ganzen Mittag die Stadt angeschaut und die schöne Kathedrale.

In der Kathedrale sind 1800qm an Glasfenster verbaut. Unfassbar.

Auch das Gaudi Museum lässt mich doch so ein wenig an Barcelona denken. 😌

Wenn Frau da so entlang radelt gehen einem doch viele Gedanken durch den Kopf. Interessant ist auch wie wenig Frau eigentlich braucht zum glücklich sein. Was ich jedoch auch merke, es nervt mich ungemein wenn Leute rücksichtslos sind. Das ist und bleibt mir unverständlich. Ich muss nur noch einen Weg finden, es respektvoll zu adressieren. 😌

Morgen geht es knapp 70km nach Sta Catalina. Das ist mein Ziel, da ich den Namen einfach schön finde. 😊

Bis dahin

Eure Annoushka ☀️

Weiter auf dem Camino

Heute konnte ich von Hontanas nach Calzadilla de la Cueza sehr lange auf dem Camino fahren. Da es die ganze Nacht heftig geregnet hat, musste ich das von Stück zu Stück schauen.Mein Rad brauchte in Fromista angekommen unbedingt eine Waschstrasse. Ich fand aber keine.Unterwegs habe ich ein paar Schweden kennen gelernt die mich fragten ob ich mit ihnen radeln möchte. Da sie aber eine längere Etappe planen als ich, bleibe ich weiter alleine. Es wäre bei dem Wind schon hilfreich in einer Gruppe zu fahren. Der Wind ist echt heftig, aber ich müsste wieder über 90km radeln I d das will ich nicht. Heute morgen war es dazu auch noch richtig frisch und da starte ich eh eher langsam.Heute habe ich auch nicht auf den Tragegurt meiner Fahrradtasche aufgepasst und habe ihn ins Rad bekommen. Zum Glück war es auf einer gerade Landstraße. Der Gurt war so in das Rad reingezogen dass er von der Tasche abgerissen ist. Dank dem tollen Taschenmesser, dass mir Nico für die Reise lieh, konnte ich den Gurt lösen. 😌 Danke Nunu 💕Meine Route führte mich weiter über den Camino. Es ist einfach schöner den ganzen Tag gleichgesinnte zu sehen als alleine auf irgendwelchen Landstraßen vor den Lkws zu flüchten. Es war wie immer hier in Spanien, wahnsinnig windig, zum Glück kam aber gegen Mittag endlich die Sonne durch.Es ist schon unglaublich wie heiss ich es noch vor ein paar Tagen hatte. Heute waren es noch 16 Grad 😱 das ist die Hälfte. ☀️Der Camino war zum Teil so grobsteinig, dass ich zwischendrin anhielt um überhaupt mal zu schauen wo ich bin. Es wurde volle Konzentration für den Weg abverlangt.Ich kam gegen 16 Uhr bei meinem Hostel an und beschloss heute mal Käse mit Baguette und Joghurt zu essen und nicht das gemeinsame Pilgernenü einzunehmen. Hier haben sich ein paar Herbergen zusammen geschlossen und somit ist es eher mit einer Massenabfertigung zu vergleichen. 😌 Ich habe mich in den Garten gesetzt und gevespert.Morgen fahre ich nach Leon. Das sind etwas mehr als 70km, genau werden es ca 80km.🤔. Das Wege Profil verspricht auch einige Herausforderung so dass ich Mittags den Akku vom Rad gut nachladen muss.Gute NachtEure Annoushka ☀️